Lesung mit Mehrnousch Zaeri-Esfahani und ihrem Bruder Mehrdad Zaeri an der IDSB am 31. Januar 2018

So viel Spaß und Freude hatte man nicht erwartet, wenn man wusste, wovon Mehrnousch Zaeri-Esfahani und ihr Bruder Mehrdad Zaeri an der iDSB am 31.1.2018 erzählen würden: von ihrer Flucht aus dem Iran nach Deutschland.

„Der Mensch versucht immer, irgendwie Spaß zu haben“, sagt Mehrnousch und beginnt zu erzählen. Egal, wie schlimm die Umstände waren, irgendwie habe man doch immer etwas zu lachen oder zu feiern gefunden, sogar unter den vielen Verboten im Iran der 1980er Jahre. Da war Mehrnousch 5 Jahre alt, ihr Bruder 9. Keine Musik, kein Tanzen, keine bunten, keine engen Klamotten, Haare und Haut verdecken – das waren nur einige der Verbote, die ihnen das Leben schwer machten. Und das, obwohl Mehrdad doch so ein Michael Jackson Fan war!

Doch erst, als es lebensgefährlich wurde, als der Diktator die Jungen in den Krieg schickte, entschied sich die Familie zu flüchten: „Denn man verlässt seine Heimat, seine Freunde, seine Familie nicht einfach so.“

In ihren beiden Büchern „33 Bogen und ein Teehaus“ und „Das Mondmädchen“ erzählt Mehrnousch einmal realistisch, einmal magisch-fantastisch von ihrer Familie, ihrer Kindheit im Iran und ihrer Flucht, die 14 Monate dauerte. Mehrdad hat beide Bücher illustriert.

Doch zum Lesen sind die Geschwister an der iDSB gar nicht gekommen. Sie haben erzählt und viele Fragen beantwortet, und genau diese Mischung hat mir besonders gut gefallen. Mehrdad hat in einer beeindruckenden Szene gezeigt, wie er arbeitet: Er beginnt mit einem wilden Gekritzel, aus dem am Ende immer eine wunderbare Zeichnung wird. In der Aula der iDSB verfolgten faszinierte Fünft-, Sechst-, und Siebtklässler, wie er aus wirren Strichen eine Frau mit einem Einhorn und dem Schwein des Lebens zauberte. Was das Schwein des Lebens ist, wisse jeder selbst am besten.

Dass die beiden so fröhlich und zufrieden sind, liegt vielleicht auch daran, dass beide mit ihrem Beruf das machen, was sie glücklich macht. Mehrnousch schreibt, weil die Geschichten alle in ihr drin sind. Sie schöpft aus „einem Topf ohne Boden“ und lässt alle Erinnerungen kommen. Und Mehrdad wollte schon immer Künstler werden und wusste schon nach seinem Abitur, dass er in seinem Leben jeden einzelnen Tag zeichnen möchte.

Vielen Dank an Susy Karammel, die die Geschwister an die IDSB gebracht hat. Zwei tolle Menschen und eine spannende „Lesung“!

 Johannes Grammatikos, 8b

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