Nie wieder Krieg! - iDSB-Schüler bei „Armistice“- Gedenkfeiern auf den Soldatenfriedhöfen von Langemark und St. Charles de Potyze

„Vielen Dank, das war wirklich sehr eindrucksvoll“, sagte der deutsche Botschafter beim Königreich Belgien, Rüdiger Lüdeking, zu den fünf iDSB-Schülerinnen und -Schülern der 10. und 11. Klassen, die am Nachmittag des 11. Novembers in Begleitung von Deutsch- und Geschichtslehrer Friedhelm Tromm nach Langemark und Potijze gekommen waren, um dort an den „Armistice“-Gedenkfeiern für die Opfer des 1. Weltkriegs teilzunehmen.

Zeichen der Versöhnung

Fast jährt sich das Ende dieser „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ mit seinen etwa 17 Millionen Toten schon zum hundertsten Male, und es ist ein mehr als bemerkenswertes Symbol, dass gerade in Langemark, dem früher zur Legende verklärten Ort angeblicher deutscher Heldentaten, schon seit Jahren deutsche, britische, französische und belgische Delegationen Seite an Seite der Opfer gedenken: „Dies zeigt, dass wir heute für gemeinsame Werte stehen und mahnt uns, dass etwas wie dies nie wieder geschehen darf“, bemerkte Botschafter Lüdeking in seiner einleitenden Ansprache.

Außer dem deutschen Botschafter nahmen auch die Botschafterinnen Frankreichs, Claude-France Arnould, und Großbritanniens, Alison Rose, an der Veranstaltung teil, die beide unsere Schüler persönlich begrüßten, sowie Vertreter der Flämischen Regierung, des belgischen Verbandes zum Gedenken an den 1. Weltkrieg und die örtlichen Bürgermeister.

Vor einer Ehrenformation der Bundeswehr und jungen Kadetten der Britischen „Armed Forces“ legten Paula Altmann (11a), Jesse Koßmann (11b), Virginia Klapper (11b), Sarah Palm (11a) und Maximilian Winter (10b) Kränze an den deutschen und französischen Gräbern der Friedhöfe in Langemark und St. Charles de Potyze (dem größten französischen Soldatenfriedhof Belgiens) nieder und halfen so, ein beeindruckendes Zeichen der Versöhnung zu setzen.

Auch der Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft, Oberstleutnant Stefan Janke, und die Leiterin seines Büros, Hauptfeldwebel Nadine Kirmse, dankten den Schülerinnen und Schülern herzlich für ihr Engagement.

Das Gedenken an die Opfer - ein Vermächtnis an die Lebenden

In Langemark lasen sie an den Gräbern aus Soldatenbriefen junger, bei Ypern eingesetzter Rekruten, ein Gedicht Georg Heyms und einen Auszug aus Erich Maria Remarques berühmtem Roman „Im Westen nichts Neues“.

Eindrucksvoller hätte man wohl kaum zum Ausdruck bringen können, dass die Ereignisse der Vergangenheit auch für die junge Generation von heute noch bedeutsam sind, jedoch ganz anders als früher: „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“, steht auf dem 1932 eingeweihten Langemarck-Denkmal am Eingang des Friedhofs. Damals diente der „Langemarck-Mythos“ dem Heldengedenken – und wenig später der Mobilisierung der Jugend zu einem neuen Krieg. Heute lautet die Lehre aus der Geschichte schlicht: „Nie wieder Krieg!“.

In diesen Monaten ist wieder besonders viel von der Zukunft der EU die Rede. Dass sie einmal vor allem auch als Friedensprojekt, auf den Trümmern des durch Kriege zerstörten „alten“ Europas gegründet wurde, scheint manches Mal allzu leicht in Vergessenheit zu geraten.

 Bericht und Fotos: Friedhelm Tromm